Dojokūn - die Regeln
Die Karate-Dojokûn wurde von dem okinawischen Meister SAKUGAWA SHUNGO gegründet und in alle Stilrichtungen des Karate übernommen.
Die Essenz der ursprünglichen Dojokûn ist auch heute in allen Stilen erhalten geblieben. Sie besteht aus fünf Leitsätzen, die die gesamte geistige Entwicklung eines Übenden auf seinem Weg bestimmen:
Hitotsu, Jinkaku Kansei ni Tsutomuru Koto.
Erstens: Suche die Vervollkommnung Deines Charakters.
Hitotsu, Makoto no Michi o Mamoru Koto.
Erstens: Sei ehrlich.
Hitotsu, Doryoku no Seishin o Yashinau Koto.
Erstens: Versuche Dich ständig zu verbessern.
Hitotsu, Reigi o Omonzuru Koto.
Erstens: Sei höflich.
Hitotsu, Kekki no Yu o Imashimuru Koto.
Erstens: Unterlasse jegliche Gewalt.
Benehmen im Dojo
1. Höflichkeit
Karate ist ein Sport, bei dem "Höflichkeit" die Basis bildet!
Wir verneigen uns:
Zur Begrüssung und Verabschiedung vor unserem Trainer
beim Betreten und Verlassen des Dojos, auch kurzzeitig
vor und nach Partnerübungen grüssen wir unseren Partner
dazu sagen wir "Oss".
2. Sauberkeit
Wir trainieren barfuss – das Tragen von Schuhen ist auch für Zuschauer nicht erlaubt
saubere Füsse und Hände, kurz geschnittene Nägel sind selbstverständlich
Ein sauberes Gi wird vorausgesetzt
das Tragen von weissen T-Shirts unter dem Gi ist Frauen und Kindern vorbehalten, farbige T-Shirts sind nicht gerne gesehen
Schmuck und Piercings sind vor dem Training unbedingt abzulegen oder abzukleben.
3. Pünktlichkeit
Solltest Du einmal zu spät kommen:
Führe selbständig den Gruss durch
bleib nach dem Gruss an der Seite stehen, hebe die Hand und warte, bis der Trainer dich bemerkt hat
nach einem kurzen Gruss läufst Du an das Ende der Reihe um die anderen nicht zu stören und gliederst dich in das Training ein.
4. Respekt
Respekt ist einer der wichtigsten Grundsätze im Karate.
Konzentriere Dich auf die Kommandos - höre Deinem Trainer zu, wenn er etwas erklärt
Karate ist Kampfsport – dennoch treten ernsthafte Verletzungen sehr selten auf, wenn sich die Schüler mit Respekt gegenübertreten
wir trainieren stets mit einem "Partner" und kämpfen nicht gegen einen "Gegner"; dieser wichtige Unterschied sollte uns stets bewusst sein!
höhere Gürtelträger sind niedrigeren gegenüber zur Hilfestellung und Rücksichtnahme angehalten
die niedrigeren Gürtelträger sollen die höheren Gürtelträger anerkennen und respektieren
in unserem Verein duzen sich alle, ohne den gegenseitigen Respekt zu vergessen
der Trainer wird mit "Sensei" angesprochen, sein Vorname hat im Training keine Bedeutung.
5. Aufmerksamkeit
Karate ist eine Tätigkeit, bei der es bei Unaufmerksamkeit ganz schnell zu Verletzungen kommen kann!
betreibe Dein Training mit Ernst und betrachte es nicht einfach als lockere Freizeitbeschäftigung
unser Club ist keine Kindertagesstätte, wir sind nicht zur Erziehung und Unterhaltung der Kinder da
Gespräche während des Trainings sind auf das wirklich Notwendige zu beschränken
nicht Dein Trainingspartner, sondern Dein Trainer unterrichtet Dich
jede Übung wird erst mit dem "Yame" des Trainers beendet. Vorher solltest Du nicht einfach aufhören – das wäre dem Trainer und Deinem Trainingspartner gegenüber sehr unhöflich.
6. Gründlichkeit
Betreibe das Training getreu dem Motto: "Tue das, was Du tust!".
Dies bedeutet:
sich nicht ablenken zu lassen, sondern sich zu konzentrieren
sein Training so gut zu absolvieren, wie es einem nur irgendwie möglich ist
sei konzentriert und setze oder lege Dich während des Trainings nicht eigenmächtig hin, zapple nicht unnötig herum und verlasse nicht Deinen Platz.
